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Bunter Abend in Genderkingen - Bella Italia und viel zu Lachen

Von Jürgen Ziegelmeir/Donauwörther Zeitung vom 18.01.2016

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Bunten Abend in Genderkingen zu beschreiben. Zum Beispiel mit den Worten von Prinzessin Vivien I.: „Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise nach Italien.“ Oder mit der Bestätigung von Prinz Martin I.: „Genderkingen, wir sind bereit!“

Aber das wäre viel zu einfach. Was diese Veranstaltung ausmacht, sind die großen Emotionen und die in Sätze zu fassen, ist eine längere Geschichte, die so beginnt: Da ist ein unscheinbarer Saal in der Gastwirtschaft „Zum Zoll“. Er würde ein einsames Dasein fristen, wären da nicht die Blue Diamonds, die über die Landkreisgrenze hinaus bekannt sind. 17 Frauen und Männer sind es, die die etwa 200 Zuschauer zu Beifallsstürmen hinreißen.

Wie sehr sich die Qualität dieser Showformation in den vergangenen Jahren verbessert hat, drückte ein Zuschauer mit den Worten aus: „Die konnten doch nur Akrobatik.“ Mittlerweile fügen sie die vielen Hebefiguren durch tänzerische Elemente zu einem flüssigen Ganzen zusammen. Nur schade, dass die Decke so niedrig ist, „sonst hätten sie auch die Dreistöckigen gezeigt“, bedauerte Moderator Roman Forster, der neue Hofmarschall. Er hatte Udo Heininger abgelöst, der jetzt Präsident geworden ist. Bedenken, dass es nach ihm niemals mehr einen besseren Showmaster in den Bunten Abenden geben könne, wischte Forster mit seinem eloquenten Charme weg. Dauerlächeln, Detailwissen zu jedem Programmpunkt und Spontanität sind seine Markenzeichen. Forster ist sogar so gut, dass ein Zuschauer dessen Auftritt kommentierte: „Da fehlt nicht viel zu Jauch und Gottschalk.“

Und dann ist da noch jemand, der überregionales Format besitzt. Warum tritt sie noch nicht im Bayerischen Fernsehen auf? „Sie ist ein kabarettistischer Leckerbissen“, wie es Forster ausdrückt, denn was Heike Fischer auf der Bühne zeigt ist große Schauspielkunst. Als Teresa Frascati radebrecht sie im typisch italienischen Akzent und wechselt dann urplötzlich und nahtlos in den niederbayerischen Dialekt. Als Fischer die Bühne betritt dauert es nur wenige Sekunden, bis sich die ersten Zuschauer vor Lachen auf die Schenkel klopfen. So begrüßt sie den Bürgerking Roland Dietz per Handschlag und erklärt danach ausführlich, was der Klimawandel in ihr bewirkt: „Io, isse Kattastrofe in meine Körpär!“

Wie gern Fischer in imaginäre Personen schlüpft, zeigt sie danach bei dem Sketsch der Allstars. Fünf Männer mimen eine Gemeinderatssitzung irgendwo im Niederbayerischen. Ähnlichkeiten mit Genderkingen sind erwünscht. Sie genehmigen eine Bewerbung für Olympia 2024, denn der Flugplatz und die B16 würden eine ideale Verkehrsanbindung gewährleisten. Den Bauantrag einer gewissen Frau Mataschewski lehnen sie jedoch ab. Doch Fischer weiß als verführerische Blondine die Räte zu überzeugen.

Überhaupt sind es die Wortbeiträge, die den Lokalkolorit der Gemeinde westlich des Lechs reflektieren. Da sind einmal Waltraud und Didi, die aus dem Enzlerhaus ein Cafe machen würden, um darin eine Schwarzwälder zu essen. Sie überzeugen mit Mimik, Gestik und Witzen, die der Gürtellinie gefährlich nahe kommen. Oder Manu und Christa, die sich fragen: „Kommen die Asylanten jetzt ins Haus im Schulweg rein?“ Sie alle haben keine Mühe, die Nähe zu ihrem Publikum herzustellen, denn es sitzt ja direkt daneben und sieht, was sich in den Gesichtern der Akteure abspielt.

Die Momente der großen Gefühle, nehmen das Publikum emotional mit: Das Prinzenpaar, das zur Oper Nabucco von Giuseppe Verdi Walzer tanzt und die Frauen der Garde, die durch den Saal marschieren und ihre Gäste winkend begrüßen. Forster erklärt, was dieses Gänsehautgefühl im Zoll, dem Reich der begrenzten Möglichkeiten, ausmacht: „Der Saal hier ist etwas klein, aber wir lieben ihn!“ Diese Liebe schreibt jedoch nicht das Happy End dieser Geschichte, sondern arbeitet bereits an der Fortsetzung, denn der Genderkinger Fasching geht weiter!

Neues von der Genderkinger Gaudi: „Ich bin stolz auf unseren Fasching“, sagt Bürgermeister Roland Dietz. Für die Größe von nur 1200 Einwohner sei dieser führend im Landkreis. 73 Personen tanzen in den Formationen: Kringel Chipz, Hofnarren, Superstarz, Hot Angels, Inglourias Ballettstars, Garde und Blue Diamonds. Als Tanzmariechen tritt Chiara Huber auf. Den Orden der Session für ihre Arbeit hinter der Bühne bekamen: Für Licht und Ton: Rüdiger (Junior und Senior) und Bastian Wanninger, Für Film: Steffen Geillinger und für die Kostüme: Monika Bleymayr und Annemarie Jäntsch.

Erstmals wurde die Pressearbeit der Donauwörther Zeitung mit einem Orden belohnt. In seinem ersten Jahr als Präsident begrüßte Udo Heininger das Komitee in seinen venezianischen Masken zum Einmarsch stilecht per Handkuss.

 

 
 

 Stand: 14.11.2016 00:53 Uhr
Erstellt von: Manuel Zemsky

 

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